Zwei Wochen

Jetzt sind es noch genau zwei Wochen bis ich in das Flugzeug
steige, das mich wieder nach Deutschland zurückbringt… Es ist schon seltsam,
dass neun Monate sich so lange und gleichzeitig auch so kurz anfühlen können.

Mein Kalender ist übrigens vollgepackt mit letzten
Unternehmungen, darunter auch ein 4-Tages-Trip in die traditionelle Stadt
Kanazawa, Gepäck-Logistik und Vorbereitungen auf die Abschluss-Zeremonie. Was
mich besonders freut und gleichzeitig auch etwas unter Druck setzt: Ich wurde
gefragt, ob ich die Abschlussrede halten werde! Dementsprechend wälze ich
gerade wie ein Weltmeister Wörter und Gedanken im Kopf hin und her. Warum ist
es manchmal nur so schwer, Gefühle in Sprache umzuformulieren?

Daher ein kleiner Exkurs über ein paar Dinge, die ich
definitiv an Japan vermissen werde…

Japanisches Süßigkeiten

Ob Mochi, Matcha-Eis oder die süße Bohnenpaste Anko. Japan
hat nicht nur Sushi und Ramen zu bieten, sondern auch die süße Seite der kulinarischen
Köstlichkeiten ist genial.

Die Vorteile, ein Regenbogentier zu sein

Immer als jemand von außerhalb gesehen zu werden, egal was
man tut, bringt definitiv auch einige Vorteile mit sich. Es wird nicht so sehr
versucht, einen in die Konformität der Gesellschaft zu quetschen. Wenn man
Dinge nicht weiß, oder komisch sagt, ist das in Ordnung. Und die Mentalität
„auffallen tu ich eh“, nimmt einem so einiges an Sorgen und Stress.

Einkaufen am Sonntag

Da in Japan das Christentum nicht sehr verbreitet ist,
spielt auch der „heilige Sonntag“ hier eine eher untergeordnete Rolle. Es ist
wirklich praktisch, egal an welchem Wochentag seine Einkäufe erledigen zu
können oder mal kurz doch noch Fisch fürs Mittagessen kaufen zu können.

Freundliches Personal

Ich möchte nicht sagen, dass Personal in Deutschland
prinzipiell unfreundlich ist. Aber die Wahrscheinlichkeit, einem freundlichen
Menschen an der Kasse zu begegnen ist in Japan wirklich viel höher. Das liegt
vielleicht am ungeschriebenen Kodex, seine wahren Gefühle und Gedanken nur mit
den engsten Leuten, aber nicht mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Dementsprechend wird sich definitiv mehr Mühe gegeben, schlechte Laune nicht
nach außen zu tragen.

Die Menschen aus ihouse!!

Der Punkt, der mir wohl wirklich am meisten fehlen wird,
bzw. dem ich am meisten nachhängen werde, werden wohl wirklich die lieben, lustigen,
etwas verrückten und einzigartigen Menschen sein, mit denen ich in den letzten
neun Monaten zusammenwohnen durfte. Danke ihr lieben!

Soweit zum Alltag. Sobald ich wieder etwas Luft habe, möchte
ich noch über ein paar andere Dinge schreiben, die mir in Japan aufgefallen
sind. Ihr dürft also gespannt sein. 😊