Während den Winterferien haben Jan und ich die Zeit genutzt,
Japan zu erkunden. Eine Etappe unserer Reise hat uns nach Hiroshima geführt. Dort
haben wir in einer Unterkunft im klassisch japanischen Stil übernachtet.

Wie kann man sich so ein Haus vorstellen? Die Wände sind aus
Reispapier und lassen sich aufschieben. Es gibt Tatamizimmer und man schläft
auf Futons auf dem Boden. Durch die dünnen Wände wird es aber auch richtig kalt
im Winter, Isolation gibt es hier kaum. Da hört man auch den Nachbarn im
übernächsten Zimmer durch die Wände schnarchen. 😉

Warum bauen die Japaner solche Häuser? Sie gehen nicht davon
aus, für immer an diesem Ort zu wohnen. Muss folglich also nicht so massiv
sein. Außerdem spielen vielleicht auch Naturgewalten wie Erdbeben eine Rolle,
durch die Häuser eh schnell zerstört werden können…

Im Deutschen herrscht hingegen die Vorstellung davon, mit
den eigenen Händen ein massives Haus zu bauen, in dem man alt werden kann. Erinnert
mich ein bisschen an das Sprichwort der Schwaben: „Schaffe, schaffe, Häusle
baue.“

Generell wird jedoch mittlerweile mehr (zumindest optisch)
im westlichen Stil gebaut. Dabei sind die Japaner aber wirklich schnell und
effizient. Hier in Nagakute, der familienreichsten Gegend in Japan, wachsen wie
über Nacht gefühlt ständig Einfamilienhäuser aus dem Boden. Man kann auf den
Baustellen förmlich zuschauen, wie ein Haus gebaut wird…

Aufgrund ihrer plattentektonischen Lage wissen Japaner
übrigens sehr viel darüber, wie man erdbebensichere Gebäude baut. Aus
akademischer Sicht kann es also sehr spannend sein, von diesen Spezialisten zu
lernen. Einer der anderen Austauschstudenten aus Bali hat beispielsweise vor,
im Anschluss an das Sprachprogramm hier in Japan Architektur zu studieren.